Die Streunerhunde in Rumänien sind eine Hinterlassenschaft des Diktators Ceaucescu.

Als er für seine Staatsbürger städtische Plattenbauten errichtete und eine bereits vergangene Zukunft in die Wege leitete, blieben die Hunde auf der Strecke. Straßenhunde gibt es seither und die Rumänen straften ihre Streuner mit möglichst wenig Beachtung. So lebten anfangs Mensch und Tier nebeneinander. Allerdings begannen die nicht sterilisierten Hunde sich unkontrolliert zu vermehren. Zudem waren auch die Rumänen nach westlischem Vorbild "auf den Hund" gekommen. Während früher es für Hunde in der Regel keinen Zugang zu menschlichen Wohnungen gab und sie selbst in harten Wintern vor der Türe übernachteten, erblickte man nun zunehmend, zuerst in den großen Städten, Hundehalter mit an der Leine geführten Haushunden. Die Situation spitzte sich Jahr für Jahr zu. Aufmerksam von den rumänischen Medien geschürt. Viele ausländischen Organisationen, darunter bmt und Vier Pfoten engagierten sich vor Ort und verbündeten sich mit rumänischen Tierschutzorganisationen oder halfen mit, den Tierschutz auch in Rumänien zu fördern. Von staatlicher Seite bekamen sie wenig bis gar keine Unterstützung.

Am 2. September 2013 attackierten nun angeblich Straßenhunde den vierjährigen Junge Ionut und das wurde die Initialzündung, dieses selbst von den unrühmlichen Vorfahren verursachte und verschuldete Straßenhundeproblem auf "rumänische Art" zu lösen. Im Eilverfahren wurde eine Dringlichkeitsanordnung erlassen (Rumänien handelt vornehmlich mit diesen Dringlichkeitsanordnungen): Wenn ein eingefangener Hund nach 14 Tagen nicht ausgelöst wird, ist sein Tod besiegelt. Wenn ich an meinen ersten Besuch in Rumänien denke, als an der rumänisch-ungarischen Grenze ein Dacia beschleunigte und den auf der Straße stehenden Streunerhund vorsätzlich überfuhr, dann glaube ich an die 14 Tagesregel nicht. Es erscheint mir sehr wahrscheinlich den Tierschützern zu glauben, welche täglich von den brutalen Übergriffen auf Staßenhunde berichten.

So wie ich bereits in der heißen Phase der Rückübereignungen von staatlich konfizierten Immobilien an rumänische Bürger mit Klagen vor dem europäischen Menschengerichtshof gehandelt habe: Eine Lösung scheint in Europa zu liegen. Der rumänische Staat muß von den Geldgebern der EU und den europäischen Gerichten zum tiergerechten Handeln gezwungen werden.

Dieser Tage las ich in einem blog "Es muß einen Menschenschutzgesetz her, dass die Menschen vor den Tieren und Tierschützern schützt" Was für ein Unsinn! Die Lage in Rumänien haben gerade Menschen verursacht. Die Strafe liegt auf den Streunerhunden. Soll das nun gerecht sein? Wohl eindeutig nicht.

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