Ein Hundebegegnung mit Folgen im Überlinger Stadtgarten:

Eine Frau führte ihren kleinen Hund im Überlinger Stadtgarten am 26.12.2012 spazieren, als eine Hundeführerin mit zwei Schäferhunden entgegenkam. Einer der beiden Schäferhunde riess sich los und verletzte den kleinen Hund. Die Besitzerin des kleinen Hundes versuchte die Hunde zu trennen und wurde ins Gesicht und den Unterarm gebissen. Der kleine Hund wurde schwer verletzt und operiert.

 

Rechtliche Hinweise: Dieser Fall ist eine typische Situation, welche sich so oder ähnlich immer wieder ereignet. Vorliegend wird sich die Besitzerin des Schäferhundes den Ermittlungen wegen einer fahrlässigen Körperverletzung stellen müssen (§ 222 StGB). Eine Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe sieht der Gesetzgeber dafür vor. Es wird die Pflichtverletzung und Vorhersehbarkeit geprüft. Ein bekannt bissiger Hund wird im Wiederholungsfall nur noch angeleint oder sogar mit Maulkorb unterwegs sein dürfen. Rasse, Alter, Erziehung des Hundes können den Ausschlag ergeben, ob die Ermittlungen eingestellt werden oder ob es zu einer Verurteilung kommt. Vorliegend wird auch geprüft werden, wie sich der Schäferhund losreissen konnte. War die Hundeführerin überhaupt körperlich in der Lage den Hund zu halten? Die Rasse ist ein heiß umkämpftes Thema. Grundsätzlich ist die Aggressionsbereitschaft eines Hundes von der Größe unabhängig. Allerdings richtet der größere Hund  auch einen größeren Schaden an.

 

Die Tierhalterhaftung (§ 833 BGB) legt der Halterin des Schäferhundes grundsätzlich den Ersatz des entstandenen Schadens auf. Hier findet im Einzelfall eine zivilrechtliche Bewertung statt. Es kommt z. B. darauf an, ob der Hund angeleint war oder nicht bzw. ausgebildet oder nicht. Wer zum Schutz des eigenen Hundes bei einer Hundeattacke eingreift muß sich u. U. ein Mitverschulden (§ 254 BGB) entgegenhalten lassen. Hier ergeben sich vielfältige juristische Probleme. Was ist, wenn der angreifende Hund in einer Situation des rechtfertigenden Notstandes (§ 34 StGB) oder der Notwehr (§ 35 StGB) getötet wird?

 

Wie soll man sich nun vor Hundeattacken schützen? Die Gefahr von dem Angreifer gebissen zu werden, wenn man versucht die Hunde zu trennen, ist groß. Ein Hund, der einen anderen Hund verletzt, ist nicht auch automatisch für Menschen gefährlich. Der zivilisierte große Hund geht normalerweise nicht mit Tötungswillen auf einen anderen los. Kleine Hunde senden für den Menschen unhörbare oder nicht erkannte Signale aus, die den größeren Hund zum Angriff bewegen können. Die Motivation des größeren Hundes kann einfach nur  Angst sein!!. Auch das verständliche menschliche laute Schimpfen muß nicht abschreckend wirken, sondern kann den angreifenden Hund anstacheln. Besser ist es Ruhe zu bewahren. Deshalb sollte man erkennbaren kritischen Situationen aus dem Weg gehen oder eine Abwehr mit Pfefferspray in Erwägung ziehen oder schlicht die Hunde "machen lassen".Ein "geordneter" Rückzug ist, wenn möglich, immer anzuraten.

 

Die Hundehalter sollten überlegen, ob ab einer bestimmten Größe des kleinen Hundes, es nicht doch besser wäre, eine Katze anzuschaffen. Beim großen Hund ist aufgrund der Gefährlichkeit die Verantwortung dagegen erheblich größer, so dass Hundehalter und Hund unbedingt gut ausgebildet sein müssen. Die Betonung liegt auf Hundehalter! Wer Angst vor Hunden hat, sollte sich nicht bevorzugt dort aufhalten, wo alle Hunde Gassi geführt werden. Jogger und Trockenskiläufer (Stöcke!), Rollskater, Inliner immer rechtzeitig Tempo vermindern oder besser einen Umweg laufen.

 

Hundehalter müssen unbedingt- gleichgültig ob gesetzlich gefordert oder nicht- eine Tierhalterhaftpflichtversicherung abschließen. 

 

Ein letztes Wort: Unfälle mit Hunden werden oft deutschlandweit medienwirksam publiziert. Die durch Alkohol verursachten Unfälle (um einfach mal ein Beispiel zu nennen) sind gravierend höher. Sehen Sie sich dazu ruhig einmal die Presseberichte der örtlichen Polizei im Internet an! Wie alle Unfälle können auch Hundeunfälle unter verständiger Mitwirkung aller Beteiligten- auch der Hundegegner- auf ein Mindestmaß reduziert werden.

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