Wird ein Mensch durch einen Hund, verletzt oder gar getötet oder beschädigt der Hund eine Sache (bzw. den anderen Hund, der juristisch eine Sache ist), so tritt die Schadensersatzpflicht des Hundehalters nach § 833 Abs. 1 Satz 1 BGB unabhängig davon ein,

ob ihn ein Verschulden an dem Vorfall trifft. Ist eine Verletzung z. B. bei raufenden Hunden auch auf das Verhalten des eigenen Hundes zurückzuführen, ist die Tiergefahr, die von dem eigenen Hund ausgeht, bei der Festsetzung des Schadensersatzes zu berücksichtigen.

Auch ist gemäß § 1004 BGB ein Beseitigungs- und Unterlassungsanspruch zu prüfen.

Der Gesetzestext: „Wird das Eigentum in anderer Weise als durch Entziehung oder Vorenthaltung des Besitzes beeinträchtigt, so kann der Eigentümer von dem Störer die Beseitigung der Beeinträchtigung verlangen. Sind weitere Beeinträchtigungen zu besorgen, so kann der Eigentümer auf Unterlassung klagen.“

Das Landgericht Coburg hat mit  Urteil vom 14.6.2002, (33 S 46/02) entschieden, dass der Halter eines Tieres sich gegen Angriffe auf sein Eigentum gerichtlich schützen kann. Nur wenn die Tiergefahr des eigenen die des anderen Hundes völlig verdränge, sei ein solcher Schutzanspruch ausgeschlossen.

Im vorliegenden Fall erging folgendes Urteil: „Die Beklagte wird bei Meidung eines Zwangsgeldes von bis zu 25.000,-- EUR und für den Fall, dass dieses nicht beigetrieben werden kann, Ordnungshaft bis zu einem Monat für jeden Fall der Zuwiderhandlung verurteilt, durch geeignete Maßnahmen zu verhindern, dass der vom Kläger gehaltene Berner Sennenhund namens "Eberhardt" von dem von der Beklagten gehaltenen Schäferhund namens "Condra" angefallen und gebissen wird.“

Bei Hunderaufereien können Verstöße gegen die kommunalen Vorschriften vorliegen (Leinenpflicht) und bei Verletzung des Hundehalters auch z. B. die fahrlässige Körperverletzung (§ 222 StGB)

Da sich die Hundehalter meistens über Jahre hinweg bei den Spaziergängen begegnen empfehle ich vor Einleitung weiterer Maßnahmen die gegenseitige Aussprache. Dabei können im Hunderecht erfahrene Rechtsanwälte durchaus jetzt schon tätig sein. Die möglichen Schäden werden von der Hundeversicherung ausgeglichen. Anzeigen beim Ordnungsamt oder bei der Polizei haben zur Folge, dass die Parteien oft über Jahre hinweg verfeindet sind. Abhilfe kann der gemeinsame Besuch einer Hundeschule bringen, vielleicht ein Beißkorb. Manche Hunde reagieren aus Angst und können sich durchaus mit dem Rivalen noch anfreunden. Hundehalter müssen oft erst nach jahrelanger eigener Praxis lernen, dass die Ursachen bei Hundeunfällen bei Ihnen selbst zu finden sind. Also müssen sie im Umgang mit dem eigenen Hund noch „sozial“ lernen.

Wenn Sie Ihren Hund (den keifenden "Macht-nix") noch mit der Flexileine ausführen (dieser Kasten mit dem Leinengeschoß), dann wäre es vielleicht heute schon der richtige Zeitpunkt, den richtigen Umgang mit dem Hund zu erfahren und einen geeigneten Hundetrainer/in zu suchen. 

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